Kettwig und Laupendahl - Opfer der Verfälschung der Geschichte  >Seite 16 <

 

 

> Vicus Cattorum <  und  > Lattinge Vicus <

die  > Ripuarischen Franken < an der Ruhr

> Territorium Werdinensis in Tractum Ripoariorum <

Nach dem in der > Kindlinger Karte < (siehe unten) benannten >Tractum Ripoariorum < (Gebiet der Ripuarier), sowie dem auch in der gleichen Karte mit >Ruhr- Fluß Haisi umzogen< benannten Gebiet (die Ruhr im ehem. Heissi- Wald / von "Heissi" = Ableitung von Chatten = Hessen), handelt es sich offensichtlich um die >Ripuarischen Franken< (auch Rheinfranken, Ripuarier, Ripuaren; von lateinisch "ripa"é das Ufer), die hier in diesem Gebiet der unteren Ruhr ansässig waren.
Die Franken (wörtlich: "die Kühnen", später auch "die Freien", auch "Hugen" von ae. "Hugas"), einer der germanischen Großstämme, bildeten sich aus einem Zusammenschluss der
Chamaven, Salier, Chatten, Chattuarier, Brukterer und anderer Stammesgruppen.
Am Niederrhein und auf der rechten Rheinseite gründeten
Ripuarische Franken ein Fürstentum mit Colonia (Köln) als Zentrum.

Landkarte aus der Merowingerzeit

Eine Landkarte aus der Merowingerzeit zeigt u.a. das Gebiet der >Ripuarischen Franken< zwischen der Lippe im Norden und den Vogesen im Süden - (mit zeitlich späteren Erweiterungen des Frankenreiches).

Innerhalb des Gebietes der >Ripuarischen Franken< das im roten Kreis markierte Teilgebiet > Ripuaria < mit dem Gebiet der Attuarier (= Chattuarier). Das ist genau das Gebiet der >Ripuarier< mit dem Ruhrgau sowie mittig deren Zentrum "Colonia" (Köln).

So wird auch in den frühen Urkunden der Abtei Werden u.a. dieses Gebiet mehrfach mit >in pago Ruricgoa in ducatu Ripoariorum < ( "Dorf im Ruhrgau unter Führung der Ripuarier" ) benannt.

Landkarte des >Territorium Werdinensis<

Die wohl älteste Landkarte des Bereiches an der unteren Ruhr benennt das Gebiet mit >Territorium Wertinensis in Tractum Ripoariorum< ("Gebiet der Abtei Werden im Bereich der Ripuarier"). Es ist die > Kindlinger Karte < .
Nach einer Vorlage des Werdener Klosters aus dem 12. Jhd. wurde sie von Nikolaus Kindlinger, dem letzten Essener Fürstlichen Stiftsarchivar, im November 1782 abgezeichnet. 

Diese Landkarte zeigt südlich der Ruhr (neben der >Lopenhelde<) eine Siedlung auf dem Berg mit der "Burg Landsberg", die sich hier noch >Lattinge vicus< (Ort der Latinger / Latiner / Lateiner = Römer?) nennt.
Nördlich der Ruhr die "dortige Gemeinde", die ehemalige Siedlung
>Vicus Cattorum< / Catt-orum Vic-us = "Catt-Vic" / früher Katuuik (uu=w) / Kattwic / Katwich / heute Kettwig.

Beide Siedlungen deuten auf einen sprachlich "römisch- lateinischen Ursprung" hin.

die Kindlinger Karte 

Folgender Ausschnitt der > Kindlinger Karte < zeigt mittig u.a. die "Lopenhelde"

 

im Gebiet der "Laupendahler Oye", rechts der Ruhr als Mühle(n) an der ehem. Mündung des Laupenbaches in den "Erygnis-Fluß" (Ruhr) benannt.

Darunter die Siedlung "Menithinne" - (Mintard).

Rechts die Siedlung >Lattinge Vicus< mit jener "Burg", erst später benannt mit "Landsberg".

Links auf der anderen Seite der Ruhr die Siedlung >Vicus Cattorum< (=Catt-Vic) mit auffallend aber kaum erkennbarem Haupthof bzw. Adelssitz ?

Darüber "Kattwic" (Kettwig), aber nur als Mühle in bzw. an der Ruhr.

> Lattinge Vicus <

Das Siedlungsgebiet linksseitig (südlich) des Ruhrflusses.

>Lattinge Vicus< - wörtlich eindeutig: "Ort der Lattinger" (oder der Latinger / Latiner / Lateiner = Römer?).
Gleich wie ! Es ist eine gleiche lateinische Benennung wie
>Cattorum Vicus < im gleichen Gebiet der >Laupendahler Oye< , beide symetrisch und in gleicher Entfernung zur Ruhr, beide auf den gegenüber liegenden Ruhrhöhen gelegen.
War es etwa auch eine Siedlung der >Ripuarier< ? - oder war es schon eine Siedlung der Römer ?
>Lattinge< ist jedenfalls eine lateinische Bezeichnung für die Römer (zu Rom), die sich ursprünglich mit den "Latingern" bekämpften, später mit ihnen vereinten, wonach sich die "Lateinische" Sprache entwickelte. Somit wäre >Lattinge< auch eine Bezeichnung für die Römer in Germanien.

Sind da jene "Autoren" und "Historiker", die behaupten, die Römer wie auch die Chatten seien nie im Gebiet an der Ruhr gewesen. Ein völliger Irrtum !

Gab und gibt es noch jene "Römerwege", den alten linksrheinischen "Grünen Weg" (Erftgebiet) und den rechtsrheinischen "Hellweg" (Ruhrgebiet), die vor der Varusschlacht (9 n.Chr.) von Aachen über Neuss zum Teutoburger Wald führten, später auch "Frankenweg" oder "Frankenstrasse" benannt.
Niemand würde heute von Köln oder Neuss den Umweg über Xanten in die ehem. rechtsrheinischen Gebiete der Germanen (bis hin zur Weser oder Elbe) nehmen. Geschweige noch, wie damals die Römer, als "Fusstruppen".

Als Verkehrs- und Handelswege führten diese Wege unmittelbar durch dieses Gebiet, wo man bei Kettwig und Hattingen durch eine Furt die Ruhr überquerte. Die Siedlung >Lattinge Vicus < (wie auch >Cattorum Vicus <) dürfte demnach schon in die Zeit der Römer in Germanien zutreffen. Die >Kindlinger Karte< zeigt diese Siedlung zugleich mit einer "Burg", die offenbar zur Sicherung des Ruhrübergangs - einer Furt durch die Ruhr - diente (siehe obiger Ausschnitt der >Kindlinger Karte< ) .

Es ist also eine Siedlung mit jener "Burg", die sich später > Burg Landsberg < nannte - heute:
                                       
> Schloss Landsberg <

Im nebenstehenden Bild von 1861 das Schloss mit der >Laupendahler Oye< im Hintergrund. Hinter der Ruhr (links) der ursprüngliche Bereich >Vicus Cattorum< (Kettwig).

Im Vordergrund noch eines jener Häuser der ehem. Siedlung. Gleich hinter dem Schloss befand sich u.a. auch der im Jahre 1093 in den Werdener Urkunden benannte Hof "Dahle". Oberhalb des Schlosses befand sich der Hof "Demerich", von dem heute nur noch ein Brunnen und Mauerreste zu erkennen sind.

Sämmtlich noch vorhandene Siedlungshäuser wurden im Laufe der Zeit beseitigt.

    Schloß Landsberg um 1861

> Vicus Cattorum <

Das Siedlungsgebiet rechtsseitig (nördlich) des Ruhrflusses.

>Vicus Cattorum< - wörtlich eindeutig: "Ort der Chatten" (oder der Chattuarier). Gleich wie ! Die Chattuarier waren schließlich ein Nebenstamm der Chatten !

Ein typisch lateinischer Ortsnahme >Cattorum Vicus < (>Vicus Cattorum < = "Ort der Chatten, Chattuarier"), wie er schließlich im ehemaligen Gebiet der Chatten vorzufinden ist :
>Castellum Cattorum < (Kassel), >Marpurgi Cattorum < (Marburg), >Giessae Cattorum < (Giessen), >Neoburgi Cattorum < (Neuburg / Donau) - Orte der Chatten (= Hessen) -
ursprünglich in Verbindung mit den Römern, später im Zusammenschluss mit den Franken.

Die Chattuarier (auch: Hattuarier) waren ein germanischer Stamm, der ursprünglich wohl im nördlichen Hessen an Eder und Fulda siedelte, in den ersten Jahrhunderten nach Christus aber in das Gebiet der unteren Ruhr, der Lippe und des Münsterlandes zog.
Es war demnach das mittelalterliche "Hattuariergau" am Niederrhein, das seit dem 5. Jahrhundert von den "Chattuarii" besiedelt wurde.

Bis zur Varusschlacht (9 n.Chr.) waren es u.a. die "Chatten" im rechtsrheinisch verwalteten Gebiet der Römer, danach dann im Zusammenschluss mit den Franken als "Ripuarische Franken" (Ripuarier).

Ortsnamen im Gebiet der unteren Ruhr deuten noch heute auf die Chatten (Chattuarier bzw. Hattuarier - auch: Heissi, Haisi = Hessen) hin.
Heissi- Wald   (Wildgehege oberhalb von Werden, Rest des ursprünglich mit                           >Heissi <  benannten Gebietes an der unteren Ruhr) -
Heisingen         (Ortsteil von Essen, an der Ruhr) -  
Hattingen          (Ortsteil von Essen, an der Ruhr) -  
Heißen              (Ortsteil von Mülheim a.d.Ruhr) -  
Hetter                (Rheinniederung zwischen Emmerich und Rees) -  
Hetterscheidt    (Ortsteil zu Heiligenhaus, bei Velbert) -  
                           und somit auch das ehem. Siedlungsgebiet  
Cattorum Vicus (Vicus Cattorum = Ort der Chatten = Kettwig,
                           Ortsteil von Essen, an der Ruhr).

So findet sich der gleiche Ortsname  >Vicus Cattorum < auch in den heutigen Niederlanden wieder. Der Ort Katwijk (Katwijk aan Zee / Katwijk aan den Rijn) liegt direkt an der Küste der Nordsee im Rheindelta (nahe Utrecht / Holland). Der Name des Ortes >Katwijk< entspricht somit dem gleichen Ort >Kettwig< an der Ruhr, ursprünglich auch >Kattwic< etc. (siehe obiger Ausschniit der >Kindlinger Karte< ).
Auch hier waren es die Franken - nördlich am Gebiet >Ripuarische Franken< angrenzend - die im Rhein-Delta ansässig waren und sich >Salische Franken< nannten (siehe obige Karte aus der Merowingerzeit).

>Vicus Cattorum< - eine Siedlung >Ripuarischer Franken<

Betrachtet man die drei Siedlungsgebiete >Lattinge Vicus< , >Lopenhelde< und >Vicus Cattorum< genauer vor Ort, so sind es meist winklig angelegte Flächen mit Böschungen (teils Gräben), die zweifellos und eindeutig von Menschenhand geschaffen wurden.
Diese Merkmale fallen besonders zum Siedlungsgebiet >Vicus Cattorum< auf. Böschungen,  genau gradlinig, meist rechtwinklig, bis zu einer Höhe von über 4 bis 5m - angeordnet in stufenförmigen Flächen.
(siehe unter: >Laupendahler Oye< - Kartenbild / Flurkarte ) .

Zusammenfassung:

Die archölogischen Funde im Bereich der Kläranlage Kettwig, welche nachweislich aus dem 1. bis 6. Jhd.n.Chr. stammen und unmittelbar an die Siedlungsgebiete >Vicus Cattorum< sowie >Lopenhelde< angrenzen.

Die zeitlichen Hinweise auf eine Besiedelung der Chattuarier (Chatten) unter den >Ripuarischen Franken< in diesem genannten Zeitraum (wenn nicht schon früher unter den Römern?).

Die mehrfachen Hinweise aus den frühen Werdener Urkunden (Abtei Werden) u.a. mit  >in pago Ruricgoa in ducatu Ripoariorum< ("Dorf im Ruhrgau unter Führung der Ripuarier").

Die Hinweise aus der >Kindlinger Karte< mit >Tractum Ripoariorum < (Gebiet der Ripuarier), sowie dem auch in der gleichen Karte mit >Ruhr- Fluß Haisi umzogen< benannten Gebiet (die Ruhr im ehem. Heissi- Wald / von "Heissi" = Ableitung von Chatten = Hessen).

Die Ortsnamen im Gebiet der unteren Ruhr, welche noch heute auf die Chatten (Chattuarier bzw. Hattuarier - auch: Heissi, Haisi = Hessen) hindeuten: Heissi-Wald  / Heisingen  /  Hattingen  / Heißen  / Hetter  / Hetterscheidt und Cattorum Vicus  (Kettwig).

Wie auch die ursprünglichen Benennungen der Siedlungen >Vicus Cattorum< (Ort der Chatten), und >Lattinge Vicus< - (Ort der Lattinger) oder der Latinger / Latiner / Lateiner = Römer?).

Sie lassen eindeutig erkennen, das dieses Gebiet an der unteren Ruhr zumindest schon von den >Ripuarischen Franken< besiedelt wurde !

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Änderungen, Berichtigungen und Ergänzungen sind b.a.w. vorbehalten !

 

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